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Retro – Alarm: on the Road again in Azeroth

Gedanken vor dem Release von Classic am 27.08.2019

Wie groß kam uns damals das Startgebiet vor! Solche Dimensionen waren wir nicht gewohnt. Eine riesige Welt, die nur darauf wartetet von uns erkundet zu werden.

Aber von vorne.

Mit dem Begriff MMORPG konnten wir damals noch nichts anfangen. Etwa zwei Wochen vor Release sahen wir einen Bericht bei Giga über die Beta von World of Warcraft. Leider vermittelte der uns das Gefühl es handle sich um ein reines Kloppspiel. Auch die Trailer die man zu Gesicht bekam machten es nicht besser. Unser Interesse daran war damit ziemlich erledigt.

Wie sehr wir uns geirrt haben!

Ein paar Tage nach Release lud uns ein Bekannter zu sich ein, um uns das Spiel einmal live anzuschauen. Er war gerade mit einer Gruppe in Gnomeregan unterwegs und wir …. waren hin und weg.

Direkt am nächsten Tag klapperten wir alle Elektronikmärkte in der Umgebung ab. Nichts ….. absolut ausverkauft und keine Info wann es wieder rein kommen würde. Auch bei Amazon und Co war das Spiel nicht zu bekommen. Sehr traurig bestellten wir also unsere Exemplare für den nächsten Liefertermin.

Selbst Blizzard hatte wohl nicht mit einem solchen Ansturm gerechnet. Die Nachproduktion zog sich hin, sodass wir unsere Exemplare erst am 29.04.2005 in Händen hielten. Da es ein normaler Arbeitstag war, starteten wir am Abend jenen Tages in unser Abenteuer.

So wurde World of Warcraft, oder kurz WoW, unser erstes MMORPG, wie vermutlich für sehr viele andere auch.

Bereits im Vorfeld hatten wir uns über die Fraktionen, Völker und Klassen informiert. So wurden eine Nachtelf Jägerin namens Elentari, und ein Nachtelf Druide mit Namen Kikkasut geboren.

Es war schlicht überwältigend. Natürlich hatten wir auch vorher schon das eine oder andere RPG gespielt, aber diese Dimensionen waren unbegreiflich.

Nachdem wir im Startgebiet, in dem wir uns mehrfach verliefen und ich einmal starb, diverse Gremlins, Eber und Tiger besiegt hatten, und diesen Typen bei den Spinnenhöhlen geheilt hatten, ging es auf Weltreise. Wir questeten uns durch die wunderschönen Gebiete und erkundeten so manchen Dungeon. So lernten wir auch eine Menge anderer Spieler kennen und gründeten schließlich unsere eigene Gilde, mit der wir später sogar die 60er Dungeons und die kleineren Raids in Angriff nahmen.

Im Gegensatz zu dem meisten anderen Spielern war für uns beide eher der Weg das Ziel. Daher erreichten wir erst nach etwa einem halben Jahr Level 40. Das Gold floss damals noch nicht so üppig und so mussten wir uns einen Teil des Goldes für das erste Reittier tatsächlich bei einem anderen Spieler leihen (er hat es zurück bekommen).

Das Maximallevel von 60 erreichten wir erst nach ungefähr einem Jahr. Und das obwohl wir nahezu täglich unsere Abende in Azeroth verbrachten. Es gab so viele Dinge zu entdecken, Berufe zu meistern und Handel zu betreiben. Viele tolle Questreihen die in teils unerwartete Richtungen liefen. Der Furbolg-Stab zum Beispiel, der ja schon cool war, aber dessen Questreihe sogar mit einem neuen Haustier, dem Grimmlingflitzer, endete.

In Erinnerung geblieben ist mir auch noch ein Run in den Blackrocktiefen, für den wir sage und schreibe 8 Stunden brauchten. Ich musste zwischendurch sogar nach Ironforge teleportieren und neue Pfeile kaufen, weil sie mir ausgegangen waren. Und weil das nicht reichte gingen wir hinterher noch eine Runde nach Stratholme. Morgens um 10 lagen wir dann endlich mal im Bett =)

Oder der Run zu viert durch Düsterbruch Nord. Mit einem Druiden, einem Jäger, einem Hexenmeister und einem Paladin. Der Druide als Tank, Hexenmeister als DD, Pala für die Heilung und der Jäger mit Ingenieurskunst und Überbrückungskabel als Rettungsanker.

In Kooperation mit anderen Gilden machten wir auch die Blackrockspitzen unsicher. Selbst Tante Ony und Onkel Ragnaros waren nicht sicher vor uns. „Elli, du bist die Bombe“

Anfang 2007 kam dann mit „The Burning Crusade“ das erste Addon heraus. Punkt 0:00 standen wir am Portal um den anderen beim Hindurchgehen zuzusehen. Die Lags waren unbeschreiblich. Tausende waren auf die gleiche Idee gekommen und hangen dort herum. Undere Addons kamen erst am nächsten Tag mit der Post. Wieder eine neue Welt zu erkunden.

Ich habe gerade keine Ahnung mehr, wie diese riesige Vieh im Startgebiet hieß, dass dort patroulierte und einen mit einem Schlag aus dem Leben katapultierte. Aber ich bin mir ziemlich sicher dass fast jeder Spieler sich später an ihm gerächt hat! =)

Leider löste sich unsere Gilde im Verlauf von „The Burning Crusade“ auf. Und ich verlor damit auch den Großteil des Spielspaßes. Seither haben wir immer mal wieder ein paar Monate WoW gespielt, sind aber nie wieder richtig reingekommen. Vorletztes Jahr haben wir nochmal einen Versuch unternommen und haben sogar auf die Hordeseite gewechselt. Aber auch dies hielt nicht sehr lange an. Daher waren wir sehr erfreut als Blizzard die Classic Server ankündigte.

Natürlich ist mir bewusst, dass es nie wieder so werden kann wie zu Beginn des Abenteuers. Aber ich freue mich auf eine schöne Zeit mit hoffentlich vielen bekannten Gesichtern von damals.

Man sieht sich in Azeroth.

LG


hier gehts weiter : Retro – Alarm: on the Road again in Azeroth – die Fortsetzung


Bildnachweis: (c) Blizzard Entertainment

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