denkblockade

digitale und analoge Welten oder der Kampf um deine (Frei-)Zeit

das Linux-Projekt 2: erste Gehversuche

kleine Anmerkung vorab: alle beschriebene Software ohne Link wurde mithilfe von Yast installiert.

zum ersten Artikel der Reihe: das Projekt: ein Linux als Hauptsystem, erster Akt: https://www.denkblockade.de/das-projekt-ein-linux-als-hauptsystem-erster-akt/

Willkommen zum zweiten Teil des Linux-Projektes. Als erstes musste ich mir natürlich eine aktuelle Version der openSuse herunterladen (https://software.opensuse.org/distributions/leap/15_1) und hatte sie dann ein paar Minuten später in der Version Leap 15.1 auf dem Rechner. Nun nur noch schnell mithilfe von Rufus (https://rufus.ie/) das .iso File auf einen USB Stick packen.

Leider hatte ich vergessen bereits im Voraus ein BackUp meiner Daten zu erstellen und da ich jedoch nur ungern den Verlust meiner Hochzeitsfotos etc. in Kauf nehmen wollte, half es alles nichts. Bei den Datenmengen auf meiner Festplatte dauert so ein BackUp ein wenig länger, also ließ ich es über Nacht laufen und machte mich dann am nächsten Tag wieder ans Werk.

Installation von openSue Leap 15.1

Direkt nach der Arbeit, es war ein Freitag Abend, setzte ich die Grundinstallation in Gang. Auch bei openSuse ist sie inzwischen recht selbsterklärend und einfach gehalten. Ein paar grundlegende Abfragen und Einstellungen.

Lediglich bei der Partitionierung der Festplatten musste ich etwas aufpassen. In meinem PC sind drei Festplatten verbaut: 1* 250GB SSD und 2* 1TB HDD. Als Bootplatte/Partition wollte ich natürlich die SSD haben und die beiden 1TB Festplatten sollten später jeweils für Daten und Games / Programme genutzt werden.

Nach etwa einer halben Stunde fuhr dann zum ersten Mal der Desktop hoch. KDE in diesem Fall, die mochte ich eigentlich immer etwas lieber als Gnome. Auf den ersten Blick schien alles zu funktionieren. Sämtliche Hardware wurde korrekt erkannt und deren Treiber installiert.

was man so an Software braucht

Doch dann ging es an die erforderliche Software. Hierbei stellte sich heraus, dass es ein großes Problem ist, dass meine schöne kleine Tastatur ( die CSL siehe hier: https://www.denkblockade.de/das-projekt-ein-linux-als-hauptsystem-erster-akt/) keine Alt+Gr Taste hat. Es ließ sich kein „@“ Zeichen eingeben. Unter Windows funktioniert dies dennoch, indem man die Tastenkombination Alt + Strg + die Taste mit dem „@“ drauf eingibt. Hier jedoch hatte ich keine Chance, außer eine Krücke mit LibreOffice nutzen. Also den LibreOffice Writer aufrufen, dort die Sonderzeichen Tabelle aufrufen und das „@“ in den Zwischenspeicher nehmen und dann im gewünschten Programm oder auf der gewünschten Webseite per Einfügen einzugeben.

Ich hatte zu diesem Zeitpunkt keine Lust mich näher mit diesem Problem zu befassen und griff erst einmal auf eine alte Tastatur zurück, die ich noch in der Schublade hatte.

Zunächst probierte ich dann per Mozilla Firefox einen Stream von Netflix aus. Videos schauen ist ja doch eine recht wichtige Funktion. Zu Anfang ruckelte es etwas, beruhigte sich aber nach etwa einer Minute und lief dann flüssig ohne weitere Probleme.

So weit, so gut.

erste Gaming Tests

Nun lud ich Grafikartentreiber von Nvidia über Yast herunter. Auch kein Problem so weit. Dann folgte Lutris. Ihr wisst noch, dieses Tool das viele Plattformen unter einem Dach zusammenfasst? Auch das ließ sich über Yast problemlos installieren.

Auf der Webseite des Projektes und bei GitHub gibt es eine gute Schritt-für-Schritt Anleitung (https://lutris.net/downloads/ und https://github.com/lutris/lutris/wiki/Installing-drivers). Neben Lutris selbst müssen auch noch ein paar andere Dinge installiert und eingestellt werden.

Willkommen zum zweiten Teil des Linux-Projektes. 
Der Lutris Kommandozeilenbefehl für openSuse: sudo zypper in lutris

Ich habe es nicht ans Laufen bekommen. Lutris wollte einfach nicht starten. Verschiedene Konfigurationen der einzelnen Tools brachten keine Besserung. Auch mehrfache Neustarts des Systems hatten keinerlei Einfluss auf das Ergebnis. Lutris wollte einfach nicht starten. Ok, dachte ich, irgendwas hast du verkehrt gemacht. Da ich da recht schmerzfrei bin, startete ich einfach nochmal ganz von vorne.

… und nochmal von vorne

Das Grundsystem nochmal neu aufgespielt, gefühlt nichts anders gemacht als vorher und gleich an Lutris gegangen, Anleitung Punkt für Punkt befolgt. NIX! Keine Reaktion!

Dann evtl. zumindest Steam?! Heruntergeladen (https://store.steampowered.com/about/), installiert und …. läuft. YAY! Super einen Schritt weiter. Als nächstes versuchte ich dann testweise Cities Skyline und Faeria herunterzuladen und zu installieren.

Faeria startete nicht, obwohl es eine sogar eine native Linux Version ist und nicht erst durch einen Emulator muss. Cities Skyline startete!

Leider währte die Freude hierüber nicht lang. Denn es startete zwar bis zum Spielmenü, nur ging es danach nicht weiter. Sowohl bei einem älteren Cloud Speicherstand als auch bei einem neuen Spielstand fror er beim Laden ein und es half nur noch ein Neustart des gesamten PCs.

Ok, Cities benötigt schon ein wenig Rechenpower, aber es war dennoch nicht davon auszugehen, dass es an der Hardware lag. Unter Windows lief es ja völlig problemlos. Das Phänomen musste also einen anderen Ursprung haben, war jedoch so einfach nicht zu ermitteln. Trotz stundenlanger Recherche und rumprobieren konnte ich das Problem nicht in den Griff bekommen.

Ich probierte dann noch einige andere Titel aus, mit nativen Linux Versionen und ohne. Manche starteten zwar, aber keine erreichte auch nur eine annehmbare Performance und machten somit wenig bis gar keinen Spaß.

Damit war das Thema openSuse für mich gestorben, da es meine Prämisse war einen für mich Alltagstauglichen Linux PC zu schaffen, der nicht ständiges Basteln erfordert.

SCHADE! Bye-bye openSuse!

Links:

LG


Bildnachweis: https://kde.org/announcements/plasma-5.6/plasma-5.6.png

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

Schreiben Sie einen Kommentar

© 2021 denkblockade

Theme von Anders Norén